Bauchwandhernien

Was ist eine Hernie?

Hernien sind Lücken in der Bauchwand. Diese Schwachstellen zeigen sich äußerlich (z. B. Leisten- oder Nabelbrüche sowie Narbenbrüche), sind aber auch innerhalb des Bauchraumes möglich (z. B. am Zwerchfell, Innerenhernien ). Der Begriff Hernie stammt vom griechischen Wort hernios ab, das Knospe bedeutet. Damit wird das Austreten von Eingeweide aus der Bauchhöhle bezeichnet, wobei die Austrittsöffnung schon angeboren oder erst erworben sein kann. Im Deutschen wird eine Hernie auch als Eingeweidebruch oder einfach nur als Bruch bezeichnet („Du hebst dir noch einen Bruch!“). Man weiss heutzutage, daß diese Erkrankung (Hernie - Bauchdeckenbruch) auf einer Kollagen bzw.  Bindegewebsschwäche basiert, unabhängig vom Gewicht eines Patienten oder seiner Konstitution.

Hernienoperatioen

Hernienoperationen zählen mit deutschlandweit ca. 350.000 Eingriffen pro Jahr zu den häufigsten chirurgischen Maßnahmen. Wir operieren seit mehreren Jahren eine steigende Anzahl von Bauchwandbrüchen. Dazu gehören auch besonders schwierige Fälle mit großen Brüchen, sowie auch Patienten mit Brüchen die schon voroperiert wurden, bzw. bei denen es zu sogenannten Rezidiven (zu einem Wiederholungsbruch) gekommen ist.

Wir verfügen über eine große Auswahl an unterschiedlichen OP-Methoden, die jeweils individuell mit dem Patienten ausgesucht und angepasst werden.

Wie entsteht eigentlich ein Bauchwandbruch?

Ein Bauchwandbruch ist ein Loch in der Bauchwand, durch welches sich Baucheingeweide vorwölben können. Dieses Loch befindet sich in einem muskelfreien Dreieck. Deshalb kann ein Bauchwandbruch durch Muskeltraining weder verhindert noch beseitigt werden. Ein Bauchwandbruch entsteht nicht durch übermäßige körperliche Belastung, sondern bedeutet eine Schwäche des Bindegewebes an dieser Stelle.

Wie erkenne ich eine Bauchwandhernien?

In der Regel fällt eine Hernie durch die äußere Vorwölbung der Bauchwand auf, kann jedoch auch unbemerkt bleiben. Ist der Bruch noch frisch, kann der Bruchinhalt u.U. wieder in den Bauch zurückgeschoben werden. Eine Erhöhung des Bauchinnendrucks (z.B. durch Husten).

Welche Bauwandhernien gibt es?

  • Leistenhernie (Leistenbruch)– das ist nichts anderes als der Inguinalhernie
  • die Femoralhernie (genannte Schenkelhernie)
  • Nabelherniee (Nabelbruch)- das ist nichts anderes als der Umbilikalhernie
  • Narbenhernie (Narbenbruch)-postoperativen Hernien
  • Zwerchfellhernie (Hiatushernie)

Anatomie der Bauchwandhernie.

  • die Bruchpforte: eine „Schwachstelle“ in der Bauchwand, durch die Eingeweide hindurchtritt.
  • der Bruchsack: eine beutelartige Vorwölbung der inneren Bauchwandschichten in die Bruchpforte hinein.
  • der Bruchinhalt: zeitweise kann der Bruch „leer“ oder aufgrund von entzündlichen Prozessen mit Bruchwasser gefüllt sein. Häufig enthält der Bruch jedoch Zipfel des inneren Bauchbindegewebes oder sogar Teile von inneren Organen (Eierstock, Blase, Dickdarm, Dünndarmschlinge).

Wann muss operiert werden?

Eine nichtoperative Behandlung bringt bei Hernien keine Heilung. Deshalb sollten Brüche zur Vorbeugung von Komplikationen in der Regel immer operiert werden.

Warum haben Männer häufiger einen Leistenbruch als Frauen?

Beim Mann wandert der Hoden vor der Geburt aus dem Bauchraum in den Hodensack. Dadurch entsteht natürlicherweise eine Schwachstelle in der Leistenregion. Wenn außerdem eine Bindegewebsschwäche vorliegt, kann sich leicht ein Leistenbruch entwickeln.

Kann ein Leistenbruch gefährlich werden?

Ja - aber glücklicherweise sehr selten. Gefahr droht, wenn sich die Schwellung (Bruchgeschwulst) nicht mehr zurückdrücken lässt und schmerzt. Dann sollten Sie sofort, auch nachts und am Wochenende, einen Arzt aufsuchen oder sich umgehend in unserer Rettungsstelle vorstellen.

Welche Operationsmethoden stehen zur Verfügung?

Die minimal-invasiv („Schlüssellochchirurgie") wird zur Versorgung der Bauchwandhernien vorgezogen. Der Vorteil dieses Operationsverfahrens besteht vor allem darin, dass eine Einschränkung der Belastbarkeit nach Operation nicht notwendig ist. Sie können sich wie gewohnt körperlich belasten. Natürlich kommen auch alle weiteren Vorteile der minimal-invasiven Chirurgie zum Tragen wie kleinere Operationswunden, somit ein geringeres Infektionsrisiko, weniger Schmerzen nach der Operation und eine schnellere Erholung nach einem kürzeren Aufenthalt im Krankenhaus.

Auch konventionelle (offen chirurgisch) Methoden sind zur Verfügung, besonders bei sehr großen Hernien und bei Verwendung vonm Kunststoffnetzen. Bei der herkömmlichen Methode wird die Bruchlücke nach einem ca. 10 cm langem Hautschnitt durch eine Naht verschlossen. Eine anschließende körperliche Schonung von 6 - 10 Wochen soll den Erfolg der Operation sicherstellen.

Die Operation kann ambulant oder stationär durchgeführt werden.

Wenn die Operation ambulant durchgeführt werden soll, muss gewährleistet sein, dass zu Hause der/die Patient/in nicht alleine lebt, sondern jemand zumindest am ersten Tag nach der Operation als Begleitung da ist.

Wie wird operiert?

Das Ziel der Operation ist der Verschluss der Bruchlücke, Abtragung des Bruchsacks und die Verstärkung der Bauchwand. Dieses Ziel kann sowohl durch eine spezielle Nahttechnik (offene Operation nach Shouldice bei Leistenhernie) wie auch durch die Einlage eines Kunststoffnetzes (offene Operation oder minimal-invasive „Schlüsselloch"-Operation) erreicht werden.

Bei Patienten, die eine Allgemeinnarkose ablehnen, können wir offene Operationen in Lokalanästhesie durchführen.

Wie lange muß ich im Krankenhaus bleiben?

Im Normalfall dauert der stationäre Krankenhausaufenthalt ca. 1 - 3 Tage.

Verhaltensweise nach der Operation - Wie darf ich mich belasten? Wann darf ich wieder Sport treiben?

Nach einer Operation in minimal-invasiver Operationstechnik mit Einlage eines Kunststoffnetzes können Sie sich nach Entfernung des Nahtmaterials wieder wie gewohnt belasten. Ansonsten ist eine Einschränkung der körperlichen Belastung für mindestens 3 Wochen notwendig.




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