Bariatrische Operationsmethoden!

Es gibt verschiedenen Möglichkeiten, sein Gewicht zu reduzieren, u. a. auch durch operative Eingriffe. Unter dem Begriff „Bariatrische Chirurgie“ versteht man eine Gewichtsreduzierung durch Operation. Welche Operationsmethode für Sie jedoch in Frage kommt, sollte im Gespräch mit Ihrem Arzt geklärt werden. Nachfolgend informieren wir über die verschiedenen Möglichkeiten.  

Die verschiedenen Methoden:

Der Magenballon

Der Magenballon ist eine nicht-operative Methode zur Behandlung stark adipöser Patienten. Hierzu wird ein „Ballon“ im Rahmen einer Magenspiegelung in den Magen eingesetzt. In der Regel ist dafür eine kurze Narkose erforderlich. Durch die Platzierung eines Kunststoffballons in den Magen wird das Magenvolumen künstlich verkleinert. Der Ballon wird bis zu 700 ml mit Flüssigkeit gefüllt und der Patient entwickelt  durch das niedrige Fassungsvermögen des Magens schnell ein Sättigungsgefühl. Ein Magenballon kann nur 6 Monate im Magen verbleiben. Ein nochmaliges Einlegen eines Ballons ist nicht sinnvoll.

Magenballon

Die Reduktion des Körpergewichtes kann zwischen 0 kg und 25 kg liegen.

Nach der Entfernung des Ballons steht der Patient vor der großen Herausforderung, das reduzierte Gewicht zu halten, was leider häufig nur kurz gelingt. In unserem Adipositas-Zentrum Nord-West wird der Magenballon häufig als 1. Behandlungsstufe benutzt, um bei Patienten mit einem sehr hohen Operationsrisiko durch eine initiale Gewichtsreduktion das Operationsrisiko zu verringern. Als alleiniges Konzept zur langanhaltenden Gewichtsreduktion ist der Magenballon sicher kritisch zu sehen und Einzelfällen vorbehalten.

Der Magenbypass

Ein Gastric-Bypass wird in Vollnarkose in Schlüssellochtechnik (Minimal-Invasive-Chirurgie) angelegt. Der Magen wird im oberen Bereich abgetrennt, so dass für die Nahrungspassage nur ein kleiner Restmagen bleibt. Dieses Verfahren vereinigt eine Magenverkleinerung mit einer Dünndarmumgehung (Bypass), sodass einige Substanzen der Nahrung - vor allem Fette und Kohlenhydrate - nicht mehr in dem Maße vom Darm aufgenommen werden können, wie vor der Operation. Bei extrem adipösen Personen kann mit ihrer Hilfe eine Gewichtsreduktion erzielt werden, weil sie den natürlichn Weg der Nahrung durch den Magendarmtrakt verändert.

Magenbypass

In der Regel wird durch dieses Verfahren eine Gewichtsreduktion von 50 % - 70 % des Übergewichtes erreicht.

Da durch dieses Bypassverfahren auch Mangelernährungen auftreten können, müssen operierte Patienten ihr Leben lang Vitamine zu sich nehmen und bestimmte Blutwerte regelmäßig kontrollieren lassen. Der Eingriff ist das letzte Mittel der Wahl, wenn konservative Methoden zur Gewichtsreduktion versagt haben. Die Erfahrungen des Adipositas-Zentrum Nord-West mit diesem Operationsverfahren reichen bis zum Jahre 1996 zurück.

Das Magenband

Die Implantation eines justierbaren Magenbandes zur Gewichtsreduktion ist wohl das Verfahren, das durch Fernsehen und Presse am bekanntesten ist. Ein Magenband dient einer medizinischen Behandlungsmethode bei krankhafter Adipositas, die durch Diäten und konservative Behandlungsmaßnahmen nicht behandelbar ist.

Magenband

Das Magenband ist ein Kunststoffring, der in Schlüssellochtechnik und in Vollnarkose um den oberen Teil des Magens platziert wird. Das Band ist über einen Schlauch mit einer Dose verbunden, die unter der Haut positioniert wird. Durch die Punktion dieser Dose lässt sich die Größe des Bandes verstellen.  Auf diese Weise kann das Magenband auf die für den Patienten optimale Weite - im „grünen Bereich“  justiert werden. Der operative Eingriff ist meistens relativ kurz und risikoarm. Leider kann es durch den implantierten Kunststoff im Laufe des weiteren Lebens zu einer Reihe kleinerer Komplikationen kommen, die weitere Eingriffe zur Folge haben können. Von Verrutschen und Abkippen des Bandes, über Infektionen von Band und Portdose bis zum Einwachsen des Bandes in den Magen. Die Verwendung des Magenbandes ist in den vergangenen Jahren in Europa zu Gunsten anderer Operationsverfahren deutlich zurückgegangen. Besonders erfolgversprechend ist dieser Eingriff jedoch nur, wenn auch Sie selbst aktiv mitarbeiten und Ihre Essgewohnheiten umstellen, regelmäßig sportlich aktiv werden und Ihre Gesundheit stets im Auge behalten.

Der Magenschlauch (Sleeve)

Das Magenschlauch– oder auch Sleeve-Verfahren ist eine relativ neue Operationstechnik. Die Operation wird in Schlüssellochtechnik (Minimal-Invasive-Operation) und in Vollnarkose durchgeführt. Der Magen wird in seiner gesamten Länge abgenäht, so dass nur ein schmaler Schlauch übrig bleibt. Der restliche Magenanteil  - ca. 2/3 des Magens - muss entfernt werden.

Magenschlauch

Häufig ist die Magenschlauchbildung als Vorstufe vor Durchführung eines weiteren Eingriffes vorgesehen, wenn z. B. ein besonders hohes Operationsrisiko besteht. De Operation lässt sich relativ rasch durchführen. Die Risiken des Eingriffes sind jedoch statistisch nicht geringer als nach einem  Gastric-Bypass-Eingriff. Durch die nicht rückgängig zu machende Entfernung eines Großteil des Magens ist der Eingriff mindestens so radikal für den Patienten, wie das Bypass-Verfahren! Weiterhin ist zu berücksichtigen, dass es bezüglich des Sleeve-Verfahrens bislang keine Verlaufsbeobachtungen über ca. 5 Jahre hinaus gibt. Das Magenschlauch-Verfahren kommt vor allem bei Patienten zum Einsatz, die auf eine regelmäßige Kontrollspiegelung des Magens und Zwölffingerdarms angewiesen sind. Auch bei Patienten, deren Dünndarm erhebliche Verwachsungen aufweist, kann eine Magenschlauchbildung in der Regel ohne Probleme durchgeführt werden. Da durch dieses Verfahren auch Mangelernährungen auftreten können, müssen operierte Patienten ihr Leben lang Vitamine zu sich nehmen und bestimmte Blutwerte regelmäßig kontrollieren lassen.

Duodenalswitch

Das Duodenalswitch-Verfahren wird in Vollnarkose und in Schlüssellochtechnik (Minimal-Invasive-Operation) durchgeführt. Der Magen wird im Sinne eines Schlauchmagens (Sleeve) verkleinert. Im Weiteren wird der Zwölffingerdarm hinter dem Magenausgang durchtrennt.

Doudenalswitch (Essensbedingte Symptomatik)

Zur Wiederherstellung der Nahrungspassage muss dann der Dünndarm an einer bestimmten Stelle durchtrennt und mit dem Magen verbunden werden. In einem letzten Arbeitsschritt wird der vormals durchtrennte Dünndarm, der entscheidende Verdauungssäfte befördert, vor der Einmündung des Dünndarms in den Dickdarm mit dem Dünndarm verbunden. Dieses Verfahren vereinigt eine Magenverkleinerung mit einer Dünndarmumgehung (Bypass), so dass einige Substanzen der Nahrung - vor allem Fette und Kohlenhydrate - nicht mehr in dem Maße vom Darm aufgenommen werden können, wie vor der Operation. Im Gegensatz zum Gastric-Bypass bleibt der Magenpförtner erhalten, was die Gefahr eines so genannten Dumpings nach Aufnahme hochkalorischer Nahrung reduziert. In der Regel wird durch diese Verfahren eine Gewichtsreduktion von über 50 % bis 70 % des Übergewichtes erreicht.

Da durch dieses Verfahren eine relativ radikale Dünndarmumgehung angelegt wird, besteht im stärkeren Maße, als bei den genannten alternativen Verfahren die Gefahr einer Mangelernährung. Darüber hinaus können übel riechende Fettstühle auftraten. Die Patienten müssen ihr Leben lang Vitamine zu sich nehmen und bestimmte Blutwerte regelmäßig kontrollieren lassen.

Bitte beachten Sie:

Bei allen Operationsmethoden ist eine Umstellung der Ernährungs- und Essgewohnheiten notwendig. Nehmen Sie bis zum OP-Termin nicht weiter zu. Ernähren Sie sich diätetisch, insbesondere fettarm. Wir empfehlen eine proteinreiche und fettarme Ernährung mit weitgehendem Verzicht auf Kohlenhydrate. Bei weiterer Zunahme Ihres Übergewichtes bis zum OP-Zeitpunkt, kann es zur Verschiebung der OP bzw. zum Ausfall der OP kommen. Um auch nach der Operation die Umstellung der Lebens- und Essgewohnheiten dauerhaft beizubehalten, bedarf es häufig professioneller Hilfe. Die Unterstützung durch den Lebenspartner und der Familie ist hierbei von großer Bedeutung. Dies kann ggf. auch durch eine ambulante, professionelle Ernährungsberatung oder im Rahmen eines Kuraufenthaltes erfolgen.




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