Ist es nicht schade, eine so feine kleine Geburtshilfe zu schließen?

Doch, natürlich! Die verantwortlichen Gremien des St. Marien-Hospitals haben sich diesen Schritt nicht leicht gemacht. Im Gegenteil: In den letzten Jahren wurde alles getan, um ihn zu vermeiden. Aber eine zukunftsfähige sichere geburtshilfliche Grund- und Regelversorgung ist im St. Marien-Hospital zunehmend gefährdet. Das ist ein Risiko, das die Klinik – zu Lasten der entbindenden Mütter und der Neugeborenen, aber auch der verantwortlichen Mitarbeiter – auf keinen Fall eingehen wird. Insbesondere, da es mit Blick auf die Versorgungsdichte der Region und die gute Erreichbarkeit von Entbindungsstationen mit angeschlossener Neonatologie und/oder Kinderklinik glücklicherweise bessere Lösungen gibt. Dr. Günter Meschede aus Friesoythe, selbst langjähriger Gynäkologe am St.-Marien-Hospital, sowie die im MVZ tätigen Gynäkologen Dr. Regina Dorn und Dr. Stephan Brieger schließen sich der Entscheidung der Leitung des St. Marien-Hospitals an. Sie ergänzen die Diskussion um ein weiteres wichtiges Argument, die Größe der Entbindungsstation betreffend: „Perinatalstudien zum Qualitätsmanagement weisen signifikant nach, dass, unabhängig von der Qualifizierung des noch so guten medizinischen Personals, die Güte der geburtshilflichen Ergebnisse linear an die Größe der geburtshilflichen Abteilung gekoppelt ist. Zusammenfassend kann gesagt werden,“ so die erfahrenen Gynäkologen, „Dass unter heutigen Bedingungen der Betrieb einer kleinen geburtshilflichen Abteilung wie in Friesoythe auch aus medizinischer Sicht nicht unumstritten ist.“