Sankt Marien

Das St.-Marien-Stift Friesoythe wurde 1866 durch Pfarrer Johann Bernhard Oldenburg als katholische milde Stiftung gegründet. Der Auftrag bestand darin, die Verpflegung und Heilung von kranken und hilfsbedürftigen Menschen aus Friesoythe und Umgebung sicherzustellen.

Seit 1866 hat sich viel getan, der Auftrag jedoch ist der gleiche geblieben. Der "Dienst am Menschen" wird von allenvier Gesellschaften - St.-Marien-Hospital, St. Elisabeth Haus, Medizinisches Versorgungszentrum (Friesoythe und Ostrhauderfehn), Sozialstation St. Marien- wahrgenommen.

Die Zuwendung zum kranken und pflegebedürftigen Menschen ist ein besonderes Kennzeichen der Verkündung Jesu gewesen.
"Was mein Sohn euch sagt, das tut!" Dieser Satz von Maria wurde im St.-Marien-Stift aufgegriffen.

Im Zugehen auf das St.-Marien-Stift sieht man eine Marienskulptur, die an diesem Auftrag Jesu erinnern soll. Diese Skulptur ist eine moderne Darstellung einer Schutzmantelmadonna und erschließt sich einem nicht direkt.




Auszug aus der Predigt vom 09. Oktober 2011 von Dechant Michael Borth:

"Ich kann Sie nicht im Vorübergehen begreifen. Das erste was Sie macht ist mich einzuladen, anzuhalten und genauer hinzuschauen. Sich bewusst machen, was ich will: jemanden besuchen, eine Behandlung erfahren, meinen Arbeitsplatz erreichen, hier mein Zuhause finden im Alter. Anhalten im Getriebe der Zeit - das ist ein erster Schritt.

Wenn ich angehalten bin, dann kann ich erkennen: eine Blume oder einen Menschen mit geöffneten Händen. Er steht auf demselben Boden auf dem auch ich stehe. Die Figur hat kein Gesicht - sie könnte meines oder das eines anderen mir zeigen. Es kann Maria, die Mutter Gottes sein, ein Engel, ein Heiliger. Die Grenzen zwischen dir und mir, zwischen dem Besuchten und dem Besucher, dem Kranken und Gesunden, dem Alten und dem Jungen verschwimmen in ein Ganzes. Eine Figur vereint so alles in sich und lässt mich erkennen, dass ich auch immer beides bin.

Wenn man die Figur weiter betrachtet eröffnet Sie einen weiteren Horizont: ich sehe Flügel, schützend ausgebreitet über die Figur und einen Heiligenschein. Ich sehe mit der Figur etwas konkretes, aber auch etwas was über das Hier und Jetzt hinausweist. Es kommt etwas Göttliches dazu. Es bricht das nur Irdische auf. Lässt mich das Unvergängliche im Vergänglichen sehen, das ewige Leben im Sterben, die Hoffnung im Leiden, das Heil in der Krankheit. Die Skulptur steht dafür, dass hier im St.-Marien-Stift mehr geschieht als das, was wir machen können mit all unseren Möglichkeiten. Gott ist mit uns.

Wenn ich innegehalten habe und alles zusammen betrachte, die Figur, den Heiligenschein, die Flügel, dann vermag ich darin auch eine Darstellung einer Schutzmantelmadonna zu erkennen. Ein Schutzmantel der nicht ganz dicht ist, sondern gleichsam auch noch meine und deine schützende Hand braucht. Maria hat sich selbst nie so wichtig genommen, dass sie sich selber für alles entscheidend hielt. Es ist das, was du dazu geben kannst - was an dieser Figur wohltuend offen geblieben ist. Es ist dein Teil, den du zum Gelingen und zum Heil mitbringst. Mal magst du diesen Schutzmantel mit deinen Händen ausfüllen, mal magst du unter ihm Schutz, Liebe, Geborgenheit und Hilfe finden.

Die Figur im Eingangsbereich unseres St.-Marien-Stiftes ist nur eine Einladung: man kann sie hören oder nicht, man kann sie annehmen oder weitergehen, aber nur wer Sie hört und annimmt wird das Fest feiern können, das uns im Grunde allen bereitet ist von Jesus Christus."






Verfasser: Autorenteam
Stand: 14.10.2011